der Website der spanischen Jakobswegvereinigung entnommen.

Camino und CORONA-VIRUS

Der Camino kann warten - bitte bleibt zu Hause!

Mehr ist auch jetzt, Anfang Juni 2020, leider nicht zu sagen.

Das gilt für alle Pilgerwege, auch wenn in Deutschland erste Pilger wieder unterwegs sind- z.B. auf dem Münchner Jakobsweg- hier ist es wichtig mögliche Unterkünfte im Voraus abzuklären!

 

Tagespilgerwege - alleine oder zu zweit sind natürlich möglich.

 

ERSTE LOCKERUNGEN AUF DEM CAMINO (22.06.2020)

 

Liebe Pilgerfreunde!

 

Lange Zeit konnte ich euch keine näheren Informationen bezüglich einer Möglichkeit, noch in diesem Jahr wieder auf den spanischen Pilgerwegen unterwegs zu sein, geben.

 

Nun mit den vorsichtigen Öffnungen der Grenzen in Europa ist es zumindest möglich, auch außerhalb Deutschlands zu pilgern.

Im Pilgerbüro in St. Jacobi und auch über unsere Website erreichen uns jetzt auch wieder verstärkt Anfragen und ich möchte versuchen, euch einen Überblick über die Gegebenheiten zu geben, die euch wahrscheinlich erwarten, wenn ihr euch auf den Weg macht.

Dies heißt aber nicht, dass ich euch dazu ermutigen möchte! An dieser Stelle will ich auch keine Diskussion pro/ contra Pilgern auf dem Jakobsweg in Corona-Zeiten anheizen- in einschlägigen Foren kann sich jeder selbst ein Bild der Stimmungslage machen so er / sie es denn will.

 

Wie verzweifelt viele Menschen vor Ort die Öffnung erwarten um wirtschaftlich vielleicht doch noch über die Runden zu kommen, kann sich jeder vorstellen  - andererseits muss jedem klar sein, welche Verantwortung er / sie für die eigene Gesundheit, die Gesundheit der Mitpilgernden und der Gastgebenden trägt.

 

Ich habe übers Wochenende einige meiner Kontakte in Spanien (Hospitaleros, Mitarbeitende aus dem Pilgerbüro in Santiago) kontaktiert.

Auf den folgenden Seiten findet ihr einen kleinen Infobogen, den ich aus Santiago bekommen habe und den ich euch hier gerne kurz zusammengefasst und übersetzt habe, die Informationen stammen von den Eigentümern und Hospitaleros einer bekannten Herberge am Camino Frances und basieren auf den derzeit aktuellen Erlassen der spanischen Regierung, der autonomen Region Castilla y Leon und Empfehlungen der spanischen Pilger-Vereinigungen.

 

Die „neue Normalität“ auf den Jakobswegen

Spanier dürfen sich nach fast 100 Tagen totalen Lockdowns wieder durch ihr Land bewegen, sollten verstärkt Neuinfektionen auftreten kann es zu erneuten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit kommen (auch innerhalb der Provinzen und natürlich auch für Pilger!).

EU-Bürger dürfen ab dem 22. Juni nach Spanien einreisen (die portugiesisch-spanische Grenze wird erst ab dem 1. Juli wieder passierbar sein).

 

Das Pilgerbüro in Santiago wird ab dem 1. Juli wieder geöffnet.

Es wird Pilgermessen geben, aber wohl weiterhin nicht in der Kathedrale ( kein Botafumeiro …) sondern in der Kirche San Francisco.

Der Apostel darf nicht umarmt werden!

 

Herbergen entlang der Jakobswege sind dabei zu öffnen, allerdings noch lange nicht alle, manche werden in diesem Jahr ganz darauf verzichten, z.B. die Pfarrherberge von Granon – mit Hinweis darauf das ihre freiwilligen Hospitaleros alle im Rentenalter sind und dem Risiko nicht ausgesetzt werden sollen, so gerne sie auch wieder Gastgeber für uns Pilger sein möchten!

Ob Herbergen in denen nicht ständig Hospitaleros vor Ort sind, um die Einhaltung der Bestimmungen zu überwachen überhaupt öffnen können, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen

 

Reservierungen: Es wird empfohlen zu reservieren um sicherzugehen das ein Bett frei ist. Dies gilt auch für die Herbergen die bisher nicht mit Reservierungen gearbeitet haben.

Insofern hier eine Empfehlung die ich sonst so nicht gebe: Handy mitnehmen…(und das  Spanisch aufpolieren, was ja sonst nicht unbedingt notwendig aber auf jeden Falls empfehlenswert ist).

Bei Ankunft heißt es: Schuhe aus, Hände desinfizieren, ebenso den Rucksack. Unter Umständen wird es „Einbahnstraßen-Regelungen“ etc in den Herbergen geben, um möglichst wenig enge Kontakte zwischen den Pilgernden zu erlauben – je nach baulichen Möglichkeiten.

Wie bisher auch ist neben dem Credencial ein Ausweisdokument vorzulegen, die Daten werden erfasst und auch gespeichert (Nachverfolgung!)

Die Bezahlung soll künftig möglichst kontaktarm geschehen  - welche Herberge dies in welchem Umfang schnell umsetzen kann, muss abgewartet werden.

Stempel/ Sellos: gibt es künftig nur persönlich von den Hospitaleros (damit nicht jeder Pilger den Stempel angrabbelt nehme ich an).

Unterbringung: Paare, Familien (Menschen aus einem Haushalt) können in einem Raum ohne besondere Abstandsregelungen untergebracht werden, für alle anderen gilt:

Mindestabstand 1,5-2m zwischen den belegten Betten, bei Doppelstockbetten bleibt immer eins der Betten frei.

Schlafsäcke sind ein Muss, es werden keine Kopfkissen oder Extradecken etc. ausgegeben, sofern diese nicht täglich gereinigt werden können.

Masken müssen in den Gemeinschafts- und Schlafräumen getragen werden, wenn die Mindestabstände nicht eingehalten werden können (z.B. beim Passieren fremder Betten). Gleiches gilt für die Outdoorbereiche, wenn es zu eng ist.

Selbstverständlich gilt die Maskenpflicht- im Grunde wie bei uns auch- in Bussen, Bahnen, Flugzeugen, Geschäften usw. und überall da wo es voll wird (auch im Garten der Herberge oder an Rastplätzen unterwegs).

 

Eigene Masken (auch ausreichend viele zum Wechseln) gehören jetzt zwingend zur Pilgerausrüstung! Ebenso eigenes Desinfektionsgel, Seife und auch ein griffbereites Handtuch

 

Selbstverpflegung, bzw. das KOCHEN in den Herbergen ist bis auf Weiteres wohl nicht möglich – Voraussetzung hierfür wäre, dass die Hospitaleros nach jedem einzelnen Pilger sämtliche benutzten Sachen/ Oberflächen desinfizieren könnten, einschließlich der Kühlschränke etc……

Gemeinsame Mahlzeiten: Manche Herbergen, die genügend Außenflächen oder sehr große Gemeinschaftsräume haben und auch sonst Mahlzeiten anbieten werden versuchen dies in eingeschränkter Form beizubehalten.

Duschen/ Toiletten: auch hier gilt natürlich die Abstandsregel, im Zweifel bleibt immer mindestens eine gesperrt, es darf nur nacheinander geduscht werden und eine deutlich höhere Reinigungs-/ Desinfektionsfrequenz muss eingehalten werden.

Wie dies im Einzelnen aussieht wird jede Herberge anhand der baulichen Gegebenheiten regeln müssen.

 

Lokale Läden, Bars, Restaurants & Apotheken, sind in der Regel geöffnet, insoweit ist die Verpflegung/ Versorgung hier möglich.

 

Ein Hinweis zur Versorgung im Krankheitsfall

(welche Krankheit auch immer)

Natürlich sind EU-Bürger im Rahmen gegenseitiger

Krankenversicherungsabkommen versichert und werden behandelt

(Grundversorgung!)

Es war aber immer angeraten, eine Auslandsreisekrankenversicherung abzuschließen, um etwas weitergehende Versorgung oder eine medizinisch notwendige Rückholung abzudecken – diese Versicherungen schließen aber meines Wissens „Pandemiefälle“ aus.

 

Was für die Herbergen gesagt wurde gilt natürlich analog auch für Pensionen & Hotels!

 

All dies gilt solange die spanische Regierung nichts anderes beschließt, was natürlich jederzeit passieren kann – sowohl was Lockerungen angeht wie auch strengere Regelungen oder komplettes Schließen der Jakobswege bzw. der notwendigen Infrastruktur.

 

Ich hoffe die ein oder andere Frage konnte ich beantworten-

ohne Anspruch auf Vollständigkeit und

ohne Gewähr was die Richtigkeit der Antworten angeht.

Pilgern in Spanien ist in diesem Sommer möglich,

sollte aber nach meiner Überzeugung

vernünftigerweise erst einmal den Spaniern selbst

überlassen bleiben.

 

Natürlich behalte ich die Situation gespannt im Blick,

denn auch ich würde liebend gerne sofort

meinen Rucksack packen.

 

Bleibt behütet – ganz egal wo ihr unterwegs sein werdet!

 

Ultreija!

 

 

Eure Michaela

 

 

Sobald wir weitere verlässliche Informationen haben halten wir euch hier auf dem Laufenden.

 

Passt auf euch und andere auf, bleibt gesund und verliert nicht die Vorfreude auf den Weg.

 

Buen Camino!    (22.6.2020)